Halb Burg, halb Schloss: eben Schloss Burg

Das Mittelalter: Zeit des Adels, tapferen Rittern, geselligen Hofnarren und einfachen Bauern. Zentrum des gesellschaftlichen Lebens waren die Burgen. Handelsknoten und Schutzmauern ihrer Zeit. Eine der größten wiederhergestellten Burganlagen Deutschlands thront im Bergischen Land, Schloss Burg. Ehemaliger Regierungssitz der einstigen Grafen von Berg und das lebendige, geschichtsträchtige Wahrzeichen der Region. Erbaut wurde Schloss Burg in den Anfängen des 12. Jahrhunderts auf einem über 100m hohen Bergsporn am Fuße der Wupper. 

Bis ins 14. Jahrhundert regierten die Grafen von Berg die Geschicke ihres Landes von der Burg aus. Diese sind es auch, welchen die Region ihren Namen verdankt und nicht, viel oftmals vermutet, dass topographische Profil. Der Umbau von der Burg zum Schloss erfolgte in den Folgejahren, wo das Schloss den Herzögen von Kleve, Jülich, Berg und Mark als höfische Repräsentanz diente.

Nach schweren Zerstörungen im Laufe des dreißigjährigen Krieges, ist der Wiederaufbau dem 1887 gegründeten Schlossbauverein Wupper e.V. zu verdanken, welcher mit Hilfe zahlreicher engagierter Bürger und den Entwürfen des Architekten Gerhard August Fischer gelang. Seither beheimatet das ehemalige Jagdschloss das Bergische Museum Schloss Burg und dient zahlreichen kulturellen Veranstaltungen als historischer und lebendiger Austragungsort. 

Das Bergische Museum Schloss Burg

Einen Einblick in die Geschichte und Kultur des Mittelalters zeigt das Bergische Museum Schloss Burg. Vom punktvollen Rittersaal, den Wohn- und Schlafräumen der Grafenfamilie, bis zum Musikzimmer, schildern die historischen Räumlichkeiten das einstige Leben in der Burg. Gezeigt werden neben zahlreichen Gemälden, unter anderem auch Rüstungen und Waffen, antike Einrichtungsgegenstände oder Arbeitsgeräte der damaligen Zeit. Einen besonderen Schwerpunkt bildet auch die Geschichte des Bergischen Landes im Mittelalter bis zur Industrialisierung.

Ritterfeste, Märke und Basare

Die Höfe und Säle Schloss Burgs sind über das Jahr hinweg Austragungsort zahlreicher Veranstaltung. Zu den absoluten Highlights gehören sicherlich die im Sommer stattfindenden Ritterspiele. Mehrmals im Jahr entführen dort die Bergische Ritterschaft und die Georgs Ritter das Publikum in die prächtige Zeit des Mittelalters und zeigen mit Showkämpfen, Mitmachspielen und Musik eine gelungene Mischung aus Theater und Action. Zum stöbern und ersteigern von Kunsthandwerk und Antiquitäten laden der jährliche Ostermarkt, der Adventsbasar oder der historische Mittelaltermarkt ein. Abgerundet wird das Burgprogramm durch zahlreiche Kulturveranstaltungen wie Lesungen, Theateraufführungen und Konzerte.

Der Blick um die Burgmauern hinaus

Auch ein Blick um die Burgmauern hinaus lohnt sich. Kleine und verwinkelten Gassen, historische Fachwerkhäuser und ein grandioser Rundblick über das waldreiche Tal der Wupper laden zum verweilen ein. Stärkung findet sich in den zahlreichen Restaurants um die Burganlage. Dort gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, die traditionsreiche Bergische Kaffeetafel oder die Burger Brezel zu genießen. Ein Angebot, dass zahlreiche Touristen anlockt. Mehr als 250.000 besuchen das Schloss und die Umgebung jedes Jahr. 

Der sehr steile und kräftezehrende Weg hinauf zur Burg lässt sich seit 1952 bequem mit der dienstältesten Seilbahn Nordrhein-Westfalens erklimmen. Auf der Fahrtstrecke von knapp 250 Metern überwindet die Bahn in etwa 90 Höhenmeter und verbindet die Solinger Stadtteile Unter- und Oberburg. Bei der Auf- und Abfahrt bietet sich ein toller Rundumblick auf die Wälder, welche die Burganlage umgeben.