Die Müngstener Brücke

Sie gehört zu den beliebtesten Fotomotiven Nordrhein-Westfalens, die Müngstener Brücke. Prachtvoll und erhaben ragt sie majestätisch über dem Tal der Wupper. Ihre Maße: 107 – 465 – 900.000 – 1.

 

Mit 107m Höhe ist die Müngstener Brücke die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands und verbindet seit ihrer Fertigstellung 1897 auf 465m Länge den Bahnverkehr zwischen Solingen und Remscheid. Die Bauzeit für das monomentale Stahlbauwerk begann 1894 und dauerte 3 Jahre. 1897 erfolgte mit dem letzten Nietschlag die Freigabe für den Bahnverkehr. Der Legende zu Folge soll die letzte der über 900.000 verbauten Nieten aus purem Gold sein. Sämtliche Versuche die goldene Niete zu finden, schlugen bislang allerdings fehl.

Naherholungsgebiet Brückenpark

Unmittelbar unterhalb der weltberühmten Brücke entstand im Zuge der Regionale 2006 das Nah-Erholungsgebiet Brückenpark. Dank ausreichend Grünfläche lädt der Brückenpark zum Erholen und Verweilen ein. Besonders im Sommer zieht der Brückenpark zahlreiche Besucher nach Müngsten. Für die nötige Erfrischung sorgt das kühle Nass der Wupper – heute wieder zum Planschen geeignet – oder eine Erfrischung an den Verpflegungsstationen im Brückenpark.

Die Brücke von Oben
Der Brückenpark

Der Brückenpark eignet sich auch als idealer Standort für ausgedehnte Wandertouren. Zum Beispiel entlang des Flussufers der Wupper in Richtung Burg. Ca. 1-1.30 Stunden brauchen geübte Wanderer für die Strecke. Doch Vorsicht – das Terrain ist hügelig! Die nötige Stärkung vor oder nach der Wandertour findet man im Haus Müngsten am Brückenpark oder in den urigen Gaststätten am Fuße von Schloss Burg.

Die Schwebefähre fährt über die Wupper

Ein wahres Highlight ist die Schwebefähre, mit der bis zu 10 Passanten die Flussufer der Wupper überqueren können. Die Fähre ist ein absolutes Unikat und wurde eigens für den Brückenpark entwickelt. Wie auch die große Müngstener Brücke, verbindet die Schwebefähre die beiden Städte Solingen und Remscheid. Gehört das Ufer um den Brückenpark zu Solingen, zählt das bewaldete Ufer gegenüber zum Stadtgebiet Remscheids. 

Die Geschichte zum Bau der Müngstener Brücke

Die Pläne zum Bau der Müngstener Brücke reichen in die achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts zurück. Sie wurden angeregt von den Städten Solingen und Remscheid, die bereitwillig den größten Teil der Grunderwerbskosten (1,3 von 1,6 Millionen Mark) übernahmen. 1890 bewilligte der preußische Landtag die für den Brückenbau veranschlagten Finanzmittel in Höhe von rund fünf Millionen Mark. Die tatsächlichen Baukosten betrugen nach Ausführung des endgültigen Entwurfs 2,64 Millionen Mark. Am 26. Februar 1894 konnte der erste Spatenstich vollzogen werden.

 

Schon vorher galt es, die Bergkronen beiderseits des Tals einzukerben, Transportgleise zu verlegen und in 30 Meter Höhe eine Behelfsbrücke über die Wupper zu schlagen, um das Material zur Baustelle befördern zu können. Zunächst wurden dann die sechs turmartig aufragenden Tragepfeiler errichtet, über die hinweg die Teile der Brückenkrone von beiden Seiten her millimetergenau aufeinander zu wuchsen.

 

Um die Jahreswende 1895/96 begann der Bau des Bogens mit einer Spannweite von 170 Metern. Als sich die Wölbung am 21. März 1897 schloss, waren rund 950 000 Nieten eingeschlagen worden. Einen Tag später fand das Richtfest statt. Danach vergingen noch fast vier Monate bis zur feierlichen Eröffnung am 15. Juli 1897. Es gab spannende, vielleicht auch bange Augenblicke, als am 3. Juli der erste Zug über die "Riesenbrücke" rollte, als das Bauwerk unter der sich bewegenden Last zu vibrieren begann, als sich erweisen musste, ob die statischen Berechnungen stimmten. Ja, sie stimmten; nach über 100 Jahren hat die Müngstener Brücke bis heute ihre Sicherheit und Festigkeit bewiesen.