Die Solingenverordnung - Schutz der Marke Solingen

Seit Jahrhunderten wird der Name Solingen mit Schneidwaren von Spitzenqualität verbunden. Haushalte im In- und Ausland kochen mit Solinger Messern, essen mit Solinger Besteck oder verrichten die Körperpflege mit Solinger Scheren und Pflegeprodukten. Was alle Produkte miteinander vereint, ist die Kennzeichnung mit dem Label Solingen. Doch was bedeutet dies eigentlich? Ab wann dürfen Hersteller eigentlich ihre Produkte mit dem berühmten Aufdruck versehen. 

Bergische Industrie und Handelskammer


Sitz in Solingen

Kölnerstraße 8

42651 Solingen


Sitz in Wuppertal

Heinrich-Kamp Platz 2

42103 Wuppertal

 

www.wuppertal.ihk24.de

Die Solingenverordnung

Den Grundsatz für die Kennzeichnung „Solingen“ im geschäftlichen Verkehr setzt die Solingenverordnung fest. Diese besagt, dass Schneidwaren nur dann mit dem Namen Solingen gekennzeichnet werden dürfen, sofern diese a) in allen wesentlichen Herstellungsstufen innerhalb des Solinger Industriegebiets bearbeit und fertiggestellt worden sind und b) nach Rohstoff und Bearbeitung geeignet sind, ihren arteigenen Verwendungszweck zu erfüllen. Die Solingenverordnung umfasst also sowohl geographische Bedingungen als auch Qualitätsstandards für Solinger Schneidwaren. Zu den Schneidwaren zählen dabei neben Messern und Klingen auch Scheren, Bestecke und weiteres Tafelwerkzeug sowie Pflegeprodukte. 

Eine konkrete, gesetzliche Bestimmung über die Abgrenzung der wesentlichen Herstellungsstufen sowie die zu erfüllenden Qualitätsstandards enthält die Solingenverordnung nicht. Die Entscheidung darüber hat der Verordnungsgeber der ansässigen Industrie, also den Solinger Unternehmen, überlassen. Zusammen mit der bergischen Industrie- und Handelskammer haben Sie diese in den „Mindestvoraussetzungen der Solingen-Fähigkeit“ definiert. Für den Endverbraucher ist so garantiert, dass Schneidwaren mit der Herkunftsangabe Solingen sowohl in Solingen produziert worden sind als auch den strengen Qualitätsansprüchen der Marke gerecht werden. 

 

Die Bergische IHK hat Hinweise zusammengestellt, die Anhaltspunkte für Fälschungen bieten. Diese findet Ihr unter dem folgenden Link:

Ist mein Messer "Made in Solingen"? 

Made in Solingen - über die deutschen Grenzen hinaus geschütz

Leider wird dieses Qualitätsmerkmal immer wieder von Fälschern missbraucht. Mit Billigprodukten versuchen diese von dem berühmten Namen zu profitieren. Neben einem nicht zu beziffernden wirtschaftlichen Schaden für die Solinger Unternehmen, drohen auf Grund von minderwertiger Qualität auch Imageverluste für die Marke. Um den Namen Solingen auch über die deutschen Staatsgrenzen hinaus zu schützen, hat die bergische IHK den Begriff „Solingen“ als Kollektivmarke in verschiedenen Ländern wie den USA, China, Russland und den EU-Mitgliedsstaaten angemeldet. Da die Markensatzung an die deutsche Solingenverordnung angepasst wurde, gilt dort ein analoges Schutz- und Qualitätsniveau wie in Deutschland. 

Eine große Auswahl definitiv echter Solinger Schneidwaren bieten die Werksverkäufe in der Klingenstadt. Eine Übersicht über die Hersteller haben wir Euch in dem Artikel zum Werksverkauf in Solingen zusammengestellt.