Eines der bekanntesten Solinger Messer ist der „Buckel“. Eigens fürs Schneiden und Streichen konzipiert, eignet sich der „Buckel“ seit über 130 Jahren als idealer Frühstücksbegleiter. Dank seiner charakteristischen Form lässt sich mit dem Messer nicht nur die Salami hauchdünn schneiden, sondern auch selbst harte Butter zart aufs Brot streichen. Produziert wird der „Buckel“ nach dem Prinzip des Solinger Dünnschliff.

 

Das Prinzip des Solinger Dünnschliff gehört zu den aufwändigsten Techniken in der Herstellung von Schneidwaren. Die traditionelle Schleifart begründete einst die noch heute andauernde Wertschätzung Solinger Schneidwaren.

 

Um die außergewöhnliche Schärfe eines Solinger Messers mit Dünnschliff zu prüfen, wird bei der so genannten Nagelprobe die dünn ausgeschliffene Klinge mit leichtem Druck an einen Metallring auf dem Finger gepresst. Erhebt sich auf Grund der dünnen Klinge eine kleine Wölbung an der Schneide, verspricht das Messer eine besondere Schärfe. Der Fachmann spricht in diesem Fall vom „Zeigen der Messerschneide“. Der Begriff der Nagelprobe entstammt der ursprünglichen Verwendung des Daumennagels. Die Nagelprobe ist die Qualitätsprüfung des Solinger Dünnschliffs.

 

Das Besondere am Solinger Dünnschliff ist der Schliffwinkel, welcher von weit oben angesetzt wird. Das Ergebnis ist eine besonders schlanke und spitze Klinge, die sich durch eine besondere, lang anhaltende Schärfe auszeichnet. Für die außergewöhnliche Schnitthaltigkeit Solinger Messer sorgt das Pliestern. Beim Pliestern wird die Oberfläche der Klinge mittels einer Schmirgelpaste auf rotierenden Leder- und Filzscheiben von der groben Schleifriefe befreit.

70 Prozent Handarbeit

Im Gegensatz zur industriellen Herstellung wird beim Solinger Dünnschliff das Messer von speziell ausgebildeten Arbeitskräften größtenteils in Handarbeit hergestellt.