Das Kölsch gehört zu Köln, die Weißwurst nach München. Und zu Solingen? Genau, die Bergische Kaffeetafel. Seit über 100 Jahren Inbegriff Bergischer Schlemmerei. Wurde sie früher nur zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten oder der Taufe aufgetischt, gehört Sie heute zum kulinarischen Pflichtprogramm beim Besuch im Bergischen. Garantiert heute wie damals, ein geselliges Beisammensitzen.

 

Charakteristisch für die Bergische Kaffeetafel ist die Kombination aus herzhaften und süßen Speisen. So zählt das typische Schwarz- und Graubrot mit allerhand Wurst genauso zu den Beilagen, wie die Marmelade, Zuckerrübensirup und Milchreis. Auf keinen Fall fehlen darf die bergische Waffel. Traditionell herzförmig gebacken und knusprig heiß serviert. Dazu gibt es meist Milchreis mit heißen Kirschen und natürlich den namensgebenden Kaffee. Letztere wird im Bergischen standesgemäß in der Dröppelmina serviert. Bei der Dröppelmina handelt es sich um eine Kranenkanne, aus welcher der Kaffee serviert wird. Der Beiname entstammt dem Bergischen Wort „Dropen“ (Tropfen). Auf Grund fehlender Kaffeefilter verstopfte früher der Kaffeesatz den Aufguss, so dass der Kaffee nicht in die Tasse floss, sondern tropfte. Typisch für das Design der Dröppelmina sind die 3 Füße und der große zinnerne Bauch.

Die Beilagen

  • Echte Bergische Waffeln
  • Milchreis mit Zimt und Zucker
  • Bauern- oder Schwarzbrot
  • Käse und Wurst
  • Quark und Butter
  • Pflaumenmus
  • Bergischer Zwieback
  • Eine Burger Brezel
  • Rosinenstuten
  • Kaffee aus der Dröppelmina
© Thomas Max Müller / pixelio.de

Im besten Wortsinn aufbrezeln lässt sich die Kaffeetafel mit der Bergischen Brezel, eine echte Rarität aus der Region. Über 200 Jahre alt, wird die Herstellung der bergischen Brezel heute auf Grund der aufwändigen Handarbeit nur noch von sehr wenigen beherrscht.

 

Von ehemals 30 Bäckereien bis in die 1930er Jahre, sind heute nur ein paar wenige dem Handwerk treu. Um die Solinger Spezialität zu schützen, wurde die Burger Brezel 2010 vom Slow Food Deutschland e.V. in die „Arche des Geschmacks“ aufgenommen. Das Projekt bewahrt weltweit an die 1000 regional wertvolle Lebensmittel, Tierarten oder Pflanzen und setzt sich für den Erhalt biologischer Vielfalt ein. Um auch die Jugend für die Ur-bergische Brezel zu begeistern, wird diese mittlerweile von 14 Solinger Grundschulen an insgesamt 1.000 I-Dötzchen verteilt. Denn die Brezel schmeckt nicht nur, sondern soll auch noch Glück bringen